Feedback in Schulen nach John Hattie

sutton-hornsey-douglas_hattie-visible-learning-lernen-sichtbar-machen-schule-unterricht-feedbackFeedback gehört zu den den Top 10 Einflussfaktoren für schulischen Lernerfolg. John Hatties Forschung konzentriert sich seit langem auf Feedback als lernförderlichen Askpekt des Lehrer- und Schülerhandelns.

Für einen Herausgeberband zum Thema Feedback von Sutton, Hornsey & Douglas (2011) steuerte John Hattie einen Beitrag mit dem Titel “Feedback in Schulen” bei.

Dieser kurze Text ist eine Fundgrube für alle am Thema interessierten Lehrpersonen. Er erläutert verständlich das Hattie-Feedback-Modell und gibt Hinweise für die Umsetzung von Feedback im Schulalltag. Außerdem liefert Hattie einige interessante Ergänzungen und Erklärungen zu früheren Artikeln zum Thema:

  1. Geben ist nicht empfangen: Auch wenn Lehrpersonen meinen ausreichend Feedback zu geben, ist die eigentliche Messgröße, wie viel Feedback bei den Schülern ankommt (und das ist oft recht wenig).
  2. Feedback-Effekte sind kulturspezifisch: Feedback wird nicht nur verschieden gegeben, sondern auch unterschiedlich empfangen.
  3. Widerlegung wirkt stärker als Bestätigung: Wenn Feedback Schülerannahmen widerlegt, können größere Veränderungen bewirkt werden, vorausgesetzt, das Feedback wird akzeptiert.
  4. Fehler willkommen heißen: Wenn Lernende in einer geschützten Lernumgebung Fehlern ausgesetzt sind, kann sich dies positiv auf die Lernleistung auswirken.
  5. Der Einfluss von Peers: Korrektes Peer-Feedback kann hohe Effekte erziehlen, muss jedoch eingeübt und gestärkt werden.
  6. Feedback von Leistungskontrollen: Leistungskontrollen können und sollten Lehrpersonen Feedback über Ihren Unterricht liefern..
  7. Es gibt viele Strategien für lernwirksames Feedback: Shute (2008) liefert 9 Leitlinien für Feedback im Unterricht:
    • fokussieren Sie Feedback auf die Aufgabe, nicht den Lernenden,
    • geben Sie sorgfältig ausgearbeitetes Feedback,
    • präsentieren Sie das sorgfältig ausgearbeitete Feedback in kleinen Einheiten,
    • geben Sie spezifisch und klare Feedback-Informationen,
    • halten Sie Feedback so einfach wie möglich, aber nicht einfacher,
    • reduzieren Sie Unsicherheiten zwischen Lernleistung und Lernzielen,
    • geben Sie unverzerrtes, objektives Feedback, schriftlich oder via Computer,
    • fördern Sie die Lernzielorientierung mit Feedback,
    • geben Sie Feedback erst nachdem Lernende eine Lösung gefunden haben.

(siehe John Hattie in: Sutton, Hornsey,  & Douglas (2011), Feedback: The communication of praise, criticism, and advice.)

Weiterlesen:

Sie können das Buch “Sutton, Hornsey & Douglas(2011): Feedback” auf Amazon.de bestellen.

Sie können den Artikel “John Hattie: Feedback in schools” auf der Seite visiblelearningplus.com als PDF herunterladen.

Feedback im Lernprozess nutzen:

  • Edkimo.com – Feedback-App für Schule und Unterricht, Leuphana Universität Lüneburg
  • Unterrichtsdiagnostik.info – EMU-Projekt der Universität Koblenz-Landau
  • SefU-online.de – Schüler als Experten für Unterrichtsentwicklung, Universität Jena
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  1. […] Einflussgröße, um den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern (SuS) zu verbessern – so der bekannte Bildungsforscher John Hattie. Gutes Feedback gibt uns wertvolle Aufschlüsse über uns selbst und wie andere uns sehen. Dazu […]

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